Die rechtlichen Grundlagen der Typografie
In den meisten Rechtsordnungen (einschließlich Deutschland, Österreich und der EU) können reine Schriftentwürfe nicht wie Erfindungen patentiert werden. Digitale Schriftdateien (.ttf, .otf, .woff2) sind jedoch als Computerprogramme urheberrechtlich geschützte Software.
Wenn Sie eine Schrift kaufen oder herunterladen, erwerben Sie nicht das Werk selbst, sondern einen begrenzten Lizenzvertrag (EULA), der regelt, auf wie vielen Geräten und Kanälen Sie die Schriftdateien ausliefern dürfen.
Die 4 gängigsten kommerziellen Lizenzmodelle
1. Desktop-Lizenz
Erlaubt die Installation auf einer festgelegten Zahl von Rechnern (z. B. 1–5 Arbeitsplätze) zur Erstellung von Grafiken, Logos und Printmedien.
2. Webfont-Lizenz
Erlaubt das Einbinden auf Websites per CSS @font-face. Oft streng nach monatlichen Pageviews gestaffelt.
3. App-Lizenz
Erforderlich, wenn die Schriftdatei fest in eine iOS- oder Android-App kompiliert und ausgeliefert wird.
4. Server- & Broadcast-Lizenz
Notwendig für TV-Ausstrahlungen oder Webdienste, bei denen Kunden online personalisierte Produkte erstellen.
Warum Google Fonts und SIL OFL 100% sicher sind
Der weit überwiegende Teil der Google Fonts steht unter der SIL Open Font License (OFL) v1.1 oder der Apache 2.0 Lizenz.
- ✓ 100% kostenlos für kommerzielle Projekte: Sie dürfen OFL-Schriften für Kundenwebsites, Markenlogos und Drucke nutzen, ohne Tantiemen zu zahlen.
- ✓ Keine Aufrufbeschränkungen: Keine monatlichen Pageview-Grenzen oder Zusatzgebühren bei viralem Traffic.
- ✓ Self-Hosting erlaubt: Sie dürfen die .woff2-Dateien herunterladen und datenschutzkonform (DSGVO-konform) auf Ihrem eigenen Server hosten.